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12. Jugend und Delinquenz

 

12.1. Jugend(gerichts)hilfe „Aus Anlass einer Straftat oder
als erzieherischer Bedarf?“ – „Ist die Steuerverantwortung
Alibi für die Verweigerung der Jugendhilfe
im Strafverfahren oder Ausdruck von Qualitätsentwicklung?“

 

In § 36 a hat das Gesetz zur Weiterentwicklung der Kinderund
Jugendhilfe (KICK) die Steuerungsverantwortung des
öffentlichen Jugendhilfeträgers geregelt. Demnach übernimmt
dieser die Kosten einer Jugendhilfeleistung nur,
wenn diese einer Entscheidung des Jugendamtes nach
Maßgabe des Hilfeplans entspricht.
Dies gilt ausdrücklich auch bei Weisungen des Jugendrichters
nach dem JGG.
Was bedeutet diese Vorschrift für die Mitwirkung der Jugendhilfe
im Strafverfahren? Wie kann diese Vorgabe in der Praxis
handhabbar gemacht werden? Welche Leistungen wird das Jugendamt
noch anbieten und tragen müssen? Wie gestaltet sich
die Zusammenarbeit mit den Gerichten?
Zu den aufgeworfenen Fragestellungen wird der Referent –ganz aktuell – Stellung beziehen. In der Arbeitsgruppendiskussion
soll versucht werden, tragfähige Antworten und Lösungsansätze
zu formulieren.

 

  • Moderation: Herr Bernd Rein – Bremen, Herr Klaus Bange - Hildesheim
  • Referent: Herr Jochen Goerdeler – Deutsche Vereinigung für Jugendgerichte und Jugendgerichtshilfe (DVJJ) Hannover
  • Zeit: Do. 13:30 – 15:00 Uhr

 

 

12.2. „Was ist ein Fall; was zählen wir?“

 

Gerade in den letzten Jahren hat es bei unterschiedlichen statistischen
Erhebungen im Bereich der Jugendgerichtshilfe in
Niedersachsen und Bremen einige Unstimmigkeiten und einzelne
Verärgerungen bei den Kolleginnen und Kollegen in einigen
Jugendämtern gegeben. Was und wie ein Fall beurteilt und
gezählt wurde, ist von vielen Jugendämtern recht unterschiedlich
beurteilt und gezählt worden.
In keiner dieser "vereinfachten" Statistiken der Jugendgerichtshilfe
wurden Daten und Aussagen zur Qualität und
Nachhaltigkeit der Mitwirkung am Verfahren nach dem JGG
durch die Jugendämter erhoben.
In dieser Arbeitsgruppe soll gemeinsam der Versuch gestartet
werden, qualitative und nachhaltige Daten für einen Kennzahlenvergleich
im Bereich der JGH zu entwickeln. Die Arbeitsgruppe
wird durch ein einführendes Referat von Herrn Meyer
auf die Thematik eingestimmt. Danach soll die Arbeitsgruppe
Anforderungen für einen qualitativen und nachhaltigen Kennzahlenvergleich
im Bereich der JGH formulieren.
In einem zweitägigen Workshop, der gemeinsam mit der AGJÄ
und dem Niedersächsischen Landesjugendamt organisiert und
im März 2007 stattfinden wird, sollen dann gemeinsam mit
Herrn Meyer endgültige Daten für einen Kennzahlenvergleich
erarbeitet werden. Dieses Ergebnis wird möglicherweise in den
IBN-Prozess in Niedersachsen mit implementiert.

 

  • Moderation: Herr Klaus Bange - Hildesheim, Herr Bernd Rein - Bremen
  • Referent: Herr Dr. Friedrich-Wilhelm Meyer – Gesellschaft für Beratung sozialer Innovation und Informationstechnologie (GEBIT) Münster
  • Zeit: Do. 15:30 – 17:00 Uhr

 

 

12.3. „Standort und Ausblick“ der JGH aus Sicht der aktuellen
politischen Debatte

 

Gerade in diesen Wochen und Monaten flammt immer wieder
an der einen oder anderen Stelle in der Bundesrepublik
Deutschland die Diskussion über die Veränderung oder gar die
Abschaffung des Jugendgerichtsgesetzes (JGG) auf.
Was veranlasst und bezwecken Einzelne mit diesen Initiativen?
Wie bewertet und schätzt die Jugendhilfe diese Angriffe
auf das von erzieherischen Reaktionen geprägte JGG
und wie kann sich die Jugendhilfe gegen diese beabsichtigten
Veränderungen wehren?
In der Arbeitsgruppe soll versucht werden, mit Unterstützung
der Wissenschaft die gestellten Fragen zu beantworten.

 

  • Moderation: Herr Horst Alester – Bremerhaven, Herr Bernd Rein - Bremen
  • Referentin: Frau Dr. Theresia Höynck – Kriminologisches Forschungsinstitut Niedersachsen
  • Zeit: Fr. 10:00 – 12:00 Uhr